Diözesantag

 

 

Freisenbruch – Lüdenscheid – Elspe – Freisenbruch
 
28 Sänger des Familienchores von St. Antonius beim Diözesantag der Kinderchöre und Instrumentalkreise.
 
"Also, damit das schon mal klar ist, Sonntag is' nicht viel mit Ausschlafen, 7.00 Uhr Treffen auf dem Kirchplatz von St. Antonius!" Ein: " Oh, neee! " macht die Runde und alle versinken bei der montäglichen Familienchor Probe im Pfarrheim von St. Antonius tief in die Stühle. "Da is'schonma' Sonntag und dann sowatt! "
" Wer Sänger ist im Chor, der muss auch Opfer bringen!
Bei diesen Worten sehe ich mich in der Kanzel fingerzeigerudernd stehen (Was, glaube ich, in diesem Leben nie nicht mehr passieren wird, da Gottes Mühlen bekanntlich langsam mahlen und/oder der dazugehörige Wind fehlt!), wie man das ja so gewohnt ist. Doch diese junge Meute von Meuterern lässt keine Ruhe: "So früh, wie lange fährt man denn nach Lüdenscheid?" "Wer hat sich denn diesen Ort im Sauerland ausgesucht, um dort einen Diözesantag für Kinderchöre und Instrumentalkreise des Bistums Essen zu halten?""Bestimmt einer, der nicht wollte, dass Kinder am Sonntag lange schlafen, wetten?"
Egal, Lüdenscheid ist weit, und das Treffen war dann, nach langer Diskussion, "erst" um 7.15 Uhr, und siehe da, "Mann und Maus" waren pünktlich am Pfarrheim und die singende "Pfarr" Kolonne fuhr mit Fahrzeug Poster "Familienchor St. AntoniusDiözesantag der Kinderchöre Lüdenscheid 2006“ ins vor sich dahin tröpfelnde bis schauerartigen Wolkenbrüchen ausgesetzte Lüdenscheid.
Sauerland ohne Schützenverein: "Gibt es nicht!" - Genau, deshalb fand der Diözesantag auch in der Lüdenscheider Schützenhalle statt. Der Freisenbrucher Familienchor war wegen der fingerzeigerudernden Kanzelansprache mit bei den ersten Ankommenden und besetzte, geschmückt mit den 10jährigen Jubiläums-T-Shirts, die ersten Reihen der Schützenhalle.
"Watt denn, datt is' ne Schützenhalle, sieht aus wie 'ne alte Kirche vonne Evangolen geklaut!" Riesiger Saal mit alten Holzsäulen, riesige Empore, darauf hatte man schon einen Altar aufgebaut, denn ein Diözesantag beginnt bei Kirchens immer mit einer Messe. Diesmal sogar ein Pontifikalamt (unter Insidern auch "Pontifi-qual-Amt“) mit unserem Weihbischof Franz Grave. Doch zu einem „Pontifiqual-Amt" kam es gar nicht, dazu gleich mehr.
Die Schützenhalle füllte sich mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen, Musik-gruppen und Orchestern. In Zahlen etwa 800 Kinder und Jugendliche und ca. 300 Erwachsene. Gegen 9 Uhr war das Einsingen der Meßgesänge, die fröhlich und Kind gerecht waren und dazu noch von einer großen Musikgruppe aus St. Pankratius in "Piepenbrinkshausen" locker, flockig begleitet wurden.
Um 10 Uhr war es dann endlich so weit, Weihbischof Grave kam durch die Schützenhalle geschritten und alle Besucher winkten ihm mit den Notenheften fröhlich zu. Die Gesänge machten dieses Pontifikalamt wirklich nicht zur Qual und auch die Predigt vom Weihbischof war so Kind gerecht gehalten, dass es für diese Masse an Kindern erstaunlich ruhig und konzentriert zuging. Der Weihbischof fragte die jungen Sänger: "Woran erkennst du einen Christen?" -"Er ist fröhlich, singt, musiziert und pfeift gerne!"
Zu dem Pfeifen könnte die Autorin dieses Artikels allerdings die Predigt des Weihbischofs widerlegen. Früher in Bistumsbeschäftigung, ging sie oft über die Flure des Generalvikariates und pfiff lockere Lieder von Gott und der Welt. Meist öffnete sich dann die Tür des damals noch nicht in den weihbischöflichen Stand versetzten Franz Grave, seine Tür lag genau neben meiner Tür, dieser schaute kurz heraus und rief: Mädchen, die pfeifen und Hähne, die krähen, soll man bei Zeiten ... ! " - Ich habe trotzdem weitergepfiffen. Nach Spaghetti Bolognese (seit wann sind Spaghetti gedreht, Stromschlag7) und etwas Füße vertreten, ging es weiter nach Elspe zu Winnetou und seinem Blutsbruder.
Nichts für schwache Nerven. Wenn es dort auf der Bühne knallte, bekamen zumindest die älteren Besucher einen mittleren Herzstillstand. Pferdegereite hin und her, Indianer hoch und runter, wilde Schurken drauf und drüber, versoffener Sheriff hin und weg, Old Shatterhand blond und gerecht, verliebte Squaw zauberhaft und tot und Winnetou - wie immer - stark und schön.
Gut, dass wir uns vor dem Winnetou-Stück mit Kuchen und Getränken stärkten, denn kaum war das Stück zu Ende, vergoss der sauerländische Himmel Tränen, dass die Freisenbrucher ihre Heimreise antraten. Gegen 19.30 Uhr hatte uns Freisenbruch wieder und unterwegs wurde in den Autos gesungen, Witze erzählt, gelacht und man sah auch den einen oder anderen mit geschlossenen Augen meditieren (lat. für schlafen ?!?!?!?!?!)
Fazit des Diözesantages:
-"Die Messe kam mir gar nicht so lange vor, lag vielleicht an den flotten Liedern und den vielen Stimmen!“
-"Toll, ich dachte immer, wir singen in Freisenbruch alleine, aber so viele Kinder und Jugendliche, das war echt super!"
-„Der mit dem Stock, war das der Bischof?“ - " Wenn er nicht zugeschlagen hat, ja! "
-"Sieh mal zu, dass wir nächstes Jahr wieder mit dabei sind, ohne Freisenbruch läuft hier nix mehr!"
 
„Danke“ - sagen die Mitglieder des Familienchores der Pfarrgemeinde St. Antonius für die großartige finanzielle Unterstützung des Diözesantages der Kinderchöre und Instrumentalkreise des Bistums Essen.
 
(Beate Schmidt)

 

 

 
aktualisiert am 13. September 2017

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